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ANTHROPOZÄN
ANTHROPOZÄN
DAS GROSSE STERBEN
Dokumentation Anthropozän II
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ANTHROPOZÄN
DAS GROSSE STERBEN
Dokumentation Anthropozän
Das Große Sterben >> download
DIE ZERSTÖRUNG DER NATUR
UM UNS IST AUCH EINE
ZERSTÖRUNG IN UNS – DIE INNERE
VERROHUNG UND DER
VERLUST AN SCHÖNHEIT UND
VIELFALT
ERST STERBEN DIE VÖGEL
DANN STERBEN WIR

Gott geht in dir
Und mir
Und jedem Tier
Ein Schmetterling in seiner Farbenpracht
Im schimmernden Hochzeitskleid der Star
Der Gesang der Amsel am Morgen
Und am Abend
Sie sind Gott näher
Als wir in unserm innigsten Gebet
Achte auch auf die Käfer am Boden
Und alles was kriecht und krabbelt
Was schwebt und webt
Tief in der Erde lebt
Und fliegt in den Lüften
Er ist auch hier
Und in der Pflanzen Duft
Sich ganz verströmend
Er sie bei ihrem Namen ruft
Er ist das Geheimnis alles Lebendigen
Er ist auch hier
Und in der Pflanzen Duft
Sich ganz verströmend
Er sie bei ihrem Namen ruft
Er ist das Geheimnis alles Lebendigen
Hermann Weber, 2017

STUMMER FRÜHLING
Nie mehr fliegen die Vögel in den Süden
Nie mehr werden die Vögel zurückkommen im Frühling
Nie mehr
der Gesang der Lerche und der rüttelnde Falke über den Feldern
Der Gesang der Amsel am Abend und am Morgen
Das aufblitzende Blau des Eisvogels
Und wie schwarze Wolken am Himmel die Schwärme der Stare
Nie mehr
Milane am Himmel kreisen sehen, den Schrei des Bussards
Und das Klopfen der Spechte hören
Nie mehr
In der Dunkelheit des Waldes die Schleiereule gleiten sehen
Dem Gesang der Nachtigall in der Dämmerung lauschen
Und wo sind die Spatzen und Rotschwänze und Gartenbaumläufer und Rebhühner
Und Blaumeisen und Buchfinken und Stieglitze und Zaunkönige und Rotkehlchen
und wo die Goldammern und Grünfinken und Dompfaffen und Sumpfmeisen geblieben
Nie mehr
Den Ruf des Kuckucks im Frühling hören
Und das Gekrächze von Dohlen und Elstern
Nie mehr
Den schnellen Flug der Mauersegler und der Schwalben
In der unendlichen Bläue des Himmels bewundern
Nie mehr
den Schrei des Graureihers hören, wenn er auffliegt
Nie mehr
Den Fasan in seinem Prachtkleid bewundern
Zilpzalp, Trauerschnäpper, Singdrossel, Tannenmeise
Wintergoldhähnchen, das Teichhuhn und die Stockente
Prachtvoll alle auch sie
Nie mehr
Die heiteren Stare im Tau des Frühlingsmorgens
In ihren glänzend blau-rot-grün schimmernden schwarzen Federn
Aufblitzend in den Strahlen der Morgensonne
Und wunderschön gesprenkelt und getüpfelt und wie mit Edelsteinen besetzt ihr Kleid
Prachtvoller als die Königin von Saba.
Hermann Weber, 2017
«Alle Geschöpfe der Erde fühlen wie wir,
alle Geschöpfe streben nach Glück wie wir.
Alle Geschöpfe der Erde lieben,
leiden und sterben wie wir,
also sind sie uns gleichgestellte Werke des allmächtigen Schöpfers:
unsere Brüder.»
Franz von Assis
Franz von Assisi, „Das verlorene Paradies“, 2016, Öl auf Holz, 122,5 x 92 cm, erworben vom Bildungshaus Kloster Schöntal
aus
Enzyklika LAUDATO SI
von Papst Franziskus über die Sorge für das gemeinsame Haus
„Möglicherweise beunruhigt es uns, vom Aussterben eines Säugetiers oder eines Vogels zu erfahren, weil sie uns mehr vor Augen sind. Doch für das gute Funktionieren des Ökosystems sind auch die Pilze, die Algen, die Würmer, die Insekten, die Reptilien und die unzählige Vielfalt von Mikroorganismen notwendig.
Einige zahlenmäßig geringe Arten, die gewöhnlich unbemerkt bleiben, spielen eine grundlegend entscheidende Rolle, um das Gleichgewicht eines Ortes zu stabilisieren.
Es stimmt, dass der Mensch eingreifen muß, wenn ein Geosystem in ein kritisches Stadium gerät, doch heute hat das menschliche Eingreifen in eine so komplexe Wirklichkeit wie die Natur ein solches Maß erreicht, daß die ständigen vom Menschen verursachten Katastrophen sein erneutes Eingreifen herausfordern, so daß das menschliche Handeln allgegenwärtig wird, mit allen Risiken, die das in sich birgt. … Wenn wir jedoch die Welt betrachten, stellen wir fest, daß dieses Ausmaß menschlichen Eingreifens, das häufig im Dienst der Finanzen und des Konsumismus steht, dazu führt, daß die Erde, auf der wir leben, in Wirklichkeit weniger reich und schön wird, immer begrenzter und trüber, während gleichzeitig die Entwicklung der Technologie und des Konsumangebots grenzenlos fortschreitet. So hat es den Anschein, daß wir bestrebt sind, auf diese Weise eine unersetzliche und unwiederbringliche Schönheit auszutauschen gegen eine andere, die von uns geschaffen wurde.“